Bei Krisen stets ein offenes Ohr

Seit sieben Jahren engagiert sich der Verein Amando im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe. Jetzt gehört auch die ambulante psychiatrische Fachkrankenpflege zum Angebot.

HAHN-LEHMDEN Mit jemandem sprechen und sich dieser Person anvertrauen: Das ist oft der erste Schritt in einer akuten Krise. Doch nicht immer steht ein kompetenter Gesprächspartner sofort zur Verfügung. Eine Erfahrung, die auch Natascha Börgers machen musste. Als sie im Juni 2013 jemanden suchte, mit dem sie sprechen kann, wurde der Frau aus Hahn-Lehmden als frühester Termin Mitte November angeboten. „Aber ich kann jetzt nicht schlafen“, erinnert sich die heute 35-Jährige zurück. Damals waren sie und ihre zwei Monate alte Tochter Opfer eines schweren Verkehrsunfalls gewesen, die Mutter bangte um das Leben ihres Kindes. Am Ende hatten beide riesengroßes Glück.

Heute bietet Natascha Börgers selbst ein Krisentelefon an. Es ist Teil der Amando Sol GmbH, die eine ambulante psychiatrische Fachkrankenpflege anbietet. Hervorgegangen ist diese noch junge Firma aus dem Verein Amando. Dieser war 2010 gegründet worden und engagiert sich seitdem im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe. Da die Aufgabengebiete stetig zunahmen, wurde im vergangenen Jahr die Amando Sozialmanagement GbR und in diesem Jahr die Amando Sol GmbH gegründet. Geschäftsführerinnen sind Natascha Börgers und ihre Tante Dörte Horstmann. Beide sind Diplom-Sozialarbeiterinnen/Sozialpädagogen und beschäftigen inzwischen rund 80 Mitarbeiter.

An der Stöltjestraße 12 in Hahn-Lehmden hat Amando soeben einen Neubau bezogen, in dem der Verein, die Sozialmanagement GbR und die Sol GmbH nun unter einem Dach zu finden sind. Bei einem Tag der offenen Tür am 12. Oktober haben Interessierte Gelegenheit, Amando kennenzulernen (siehe Infokasten).

„Amando kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Wegweiser“, sagt Dörte Horstmann. Den Menschen ein Stück begleiten und Richtungen aufzeigen, so verstehen sie und ihre Nichte Natascha Börgers die wichtige Aufgabe von Amando. Und beide wissen: „Der Bedarf ist sehr groß.“ Die Zahl psychischer Erkrankungen nehme zu, die Wartezeiten auf einen Therapeuten seien lang. „Uns geht es um eine gute Versorgung von Menschen, die in Not sind“, sagt Natascha Börgers.

Amando unterstützt zum Beispiel bei Depressionen, Demenzerkrankungen, Angsterkrankungen, Panikstörungen, bipolaren und manischen Erkrankungen und weiteren Krankheiten. „Wir arbeiten sowohl präventiv als auch im Zuge einer Nachbetreuung nach stationärem Aufenthalt und unterstützen bei der Suche nach Psycho- oder Traumtherapeuten“, sagen die beiden Geschäftsführerinnen. Auch in der Flüchtlingsarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Integrationshilfe ist Amando tätig.

Quelle: nwzonline